DEFR

Friedensarbeit in einer Welt voller Kriege

400 Besucher zünden eine Kerze an und stellen diese symbolisch auf einer Weltkarte an diversen Orten auf. Danach stehen sie geschlossen auf der Bühne und bekennen sich dazu, sich für eine gerechtere Welt und für Frieden einzusetzen. Dem feierlichen Abschluss der Konferenz ist ein bewegender Tag vorausgegangen.

 

Voraussetzung für den Frieden ist die Gerechtigkeit

Basel, 4. November 2015 (dg) – Das hebräische Wort Schalom (Friede) sei ein sehr umfassender Begriff, sagte Lukas Amstutz, Dozent am Theologischen Seminar Bienenberg (TSB). Schalom mit Glück, Heil, Wohlergehen oder eben Frieden zu übersetzen, seien alles unvollständige Versuche. Friede sei auch nicht bloss die Abwesenheit von Krieg, sondern sei viel umfassender. Neben der zwischenmenschlichen Ebene schliesse Schalom noch weitere Beziehungen mit ein: Gott, den Mitmenschen, die Schöpfung, sich selbst. Dieser Friede sei der Menschheit verloren gegangen, der Unfriede habe sich ausgebreitet. „Das ist die Welt, wie wir sie kennen“, so Amstutz. Es sei darum vordringliche Aufgabe der christlichen Gemeinde, diesen Frieden zu suchen und zu fördern. Grundlage für Frieden müsse die Gerechtigkeit sein.

 

Nobelpreisträgerin: Armutsbekämpfung ist vordringlich

Höhepunkt des Tages ist der Auftritt der Friedensaktivistin Leymah Gbowee (Friedensnobelpreis 2011). In ihrem Vortrag malt die Liberianerin ein trauriges Bild von der heutigen Welt: In 27 Ländern Afrikas herrsche immer noch Krieg, im Mittleren Osten seien es acht Länder, die von kriegerischen Zerstörungen betroffen seien.  „Wann hört das endlich auf?“ fragt sie. Dann erzählt sie von vielen Begegnungen, aus denen hervorgeht, wie zerstörerisch und katastrophal sich Krieg auf Menschen auswirkt. So habe ihr ein syrischer Junge, der früher mal ein Künstler war und gerne gemalt habe, erzählt, dass ihm nach Gefängnis und Folter alle „Farben fürs Leben verloren gegangen seien.“ Gbowee gelingt, mit vielen Fakten den Zusammenhang zwischen Friedensarbeit und Armutsbekämpfung herzustellen. „Eine Community, die nichts zu essen hat, wird automatisch gewalttätig. Die Gewalt könne aber gestoppt werden, wenn den Menschen Würde und Respekt entgegengebracht wird und wenn sie genug zu essen haben.

 

Es braucht StopArmut

„Solange die Strukturen nicht verändert sind“, antwortet Kampagnenleiter Peter Seeberger auf die Frage, ob und wann die Millenniumsziele erreicht seien. Um sich für mehr weltweite Gerechtigkeit einzusetzen, brauche es auch StopArmut weiterhin. Besonders wichtig sei auch, dass Christen gemeinsam handeln, betont Seeberger. Die Kirche sei eine grosse Kraft, aber eine, die in manchen Bereichen schlafe. Ziel der Schweizer Kampagne sei es, Teil einer grossen Gemeinschaft zu sein, die etwas verändere in der Welt.

 

zurück